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Holz malen

In diesem Tutorial befasse ich mich mit dem Malen von Holz, also nicht das “Bemalen von Holz”, sondern der “Bemalung, die wie Holz aussieht”. Die Anwendungsmöglichkeiten sind Griffschalen für Blaster oder gleich ganze Blaster, was man weiter unten bei den Beispielen sehen wird.

Benötigte Materialien/Werkzeuge:

  • Sandpapier (80er Körnung)
  • mittleren Borstenpinsel (gerne alt und ausgefranst)
  • wasserverdünnbare Acrylfarben: Sand, hellbraun, dunkelbraun (z.B. Maribu Decorlack)
  • Schale mit Wasser
  • Palette oder ähnliches

Das Ausgangsmaterial:

Um Euch das Holzmalen Schritt für Schritt zu erklären, habe ich ein “Abfallstück” genommen, das ich vom Bau meiner Derringer übrig hatte und das die Form einer Griffschale hat.

Vorbehandlungen:

Die Oberfläche habe ich mit groben Sandpapier (80er Körnung) abgeschliffen. Oft wird in anderen Tutorials mit einem Cuttermesser noch einige Riefen eingeritzt, aber das kann man sich hier allerdings sparen, weil da so viel Farbe drauf kommt, dass man von den Riefen eh nichts mehr sieht…

02_grob_anschmirgeln

Anschließend wird das Griffstück mit Seifenwasser gewaschen und nach dem Trocknen grundiert. Als Grundierung nehme ich Army Painter Primer Black (best primer ever). In anderen Holz-Mal-Tutorials wird helle Grundierung genommen, ich nehme allerdings schwarze: Da die Maribu-Farben nicht gut decken, sieht man später immer noch etwas von dem Schwarz als Schattierung durch. Das ergibt eine natürlich aussehende Maserung.

05_schwarz_grundieren

Holz malen:

Als erstes kommen 2 Schichten mit der Farbe Sand, die unverdünnt mit dem Borstenpinsel aufgetragen wird. Da die Farbe nicht gut deckt, ergibt die Pinselführung und die unregelmäßigen Borsten des ausgefransten Pinsel die Maserung. Durch den Borstenpinsel wird die Farbe unterschiedlich dick aufgetragen und das machen wir uns in allen Arbeitsschritten zu nutze. Sobald sich eine Schicht trocken anfühlt, kann man die nächste Schicht auftragen.

Die erste Schicht: Die Pinselführung ist noch parallel durchgeführt.

07_erste_Schicht_Sand

Die zweite Schicht: Mit der Pinselführung ein “Holzauge” aufgemalt (von innen nach außen). Diese Maserung wird bis zum Schluss beibehalten.

08.1_zweite_Schicht_Sand08.2_Detail

Als nächsten Schritt habe ich eine stark verdünnte Schicht Hellbraun aufgebracht. Im Prinzip ist das nichts anderes als ein hellbraunes Wash. Hierzu ein wenig Farbe mit ein paar Tropfen Wasser verdünnen und mit dem Borstenpinsel immer entlang der Maserung aufgebringen.

Dabei habe ich gemerkt, dass die Farbe gerne kleine Bläschen bildet. Die Farbe muss solange verstrichen werden, bis keine Bläschen mehr da sind, da man die sonst nach dem Trocknen sieht (siehe unten).

09.1_Hellbraun09.2_Detail

Sobald sich eine Schicht trocken anfühlt, kann man die nächste Schicht auftragen. Dabei ist Vorsicht geboten: Die Acrylfarben sind nicht nur wasserverdünnbar,  sondern – wenn noch nicht ganz durchgetrocknet ist – auch wasserlöslich. Mit zu viel Wasser an der gleichen Stelle zu lange “herumgepinselt” kann sich die Farbe der darunterliegenden Schicht lösen. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern sieht auch kacke aus…

Nun kommen so viele Schichten mit stark verdünnter, dunkelbrauner Farbe, bis das Holz die Farbe hat, die man wünscht. Und auch hier: Immer der vorgegebenen Maserung entlang.

10.1_erste_Schicht_dunkelbraun10.2_Detail

Je mehr Schichten aufgetragen werden, umso dunkler wird das Ergebnis.

11.2_Detail12.2_Detail13.2_Detail14.2_Detail15.2_Detail

Nach dem die 6. Schicht Dunkelbraun trocken ist, bin ich mit dem Farbton zufrieden. Wer es noch dunkler mag, bringt weitere Schichten auf, kann der Farbe noch Schwarz beimischen oder kann gleich ein schwarzes Wash auftragen. Durch die Kombination von verschiedenen hellbraunen und dunkelbraunen Farbschichten lassen sie unterschiedliche Brauntöne herstellen, was man am letzten Beispiel sehen kann.

Wie man auf dem Bild gut erkennt, sind da die oben angesprochenen Blasen zu sehen, auf deren “Vermeidung” ich für dieses Probestück wenig wert gelegt habe.

16_Trocken

Ein Hinweis zu den Maribu-Farben:

Auch wenn man die einzelnen Arbeitsschritte durchführen kann, sobald die Farbe sich trocken anfühlt, braucht diese Acrylfarbe einige Zeit, bis sie völlig durchgetrocknet ist. Solange die Farbe nicht ganz trocken ist, kann es passieren, dass sich die komplette Farbe wie eine Gummihaut ablösen lässt. Gerade wenn man die Teile vor dem Bemalen abklebt, muss man sehr darauf achten. Die Farbschichten können schon auf dem Masking Tape beginnen und wenn man das Masking Tape abzieht, zieht man sich die Farbe mit ab.

Einige Beispiele, die nach dieser Methode bemalt wurden:

17.1_Beispiel_Derringer

17.2_Beispiel_Hammershot17.31_Beispiel_Guardian_Crossbow

17.33_Beispeil_Guardian_Crossbow